Markenarchitektur | BAU 2011 - 2025

WICONA

Jahr

2011 - 2025

Messe

BAU München

Größe

648 m²

Seit 2011 verbindet Atelier Seitz und WICONA mehr als eine Zusammenarbeit. Was in über einem Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit gewachsen ist, lässt sich nicht auf Projektlisten reduzieren: Es ist das gegenseitige Wissen um Ansprüche, Arbeitsweisen und Haltungen. Die Bereitschaft, gemeinsam weiterzudenken. Das Vertrauen, das entsteht, wenn man sich kennt und schätzt.

WICONA, führender Hersteller von Aluminiumsystemen für Fenster, Türen und Fassaden, ist eine Marke mit klarer Überzeugung in Bezug auf Qualität, Innovation und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Atelier Seitz übersetzt diese Überzeugung in Raum: auf der BAU München, dem wichtigsten und sichtbarsten Auftritt im Messejahr, aber auch in Showrooms, Showcontainern und weiteren Messeformaten. Jedes Projekt ist anders. Die Grundlage bleibt dieselbe.

BAU 2025 – Wonderful Scrap

Mit jedem BAU-Auftritt schreibt WICONA ein konzeptionelles Kapitel weiter. 2025 stand das Prinzip des Urban Mining im Zentrum: die Rückgewinnung wertvoller Materialien aus bestehenden urbanen Strukturen, anstatt sie neu abzubauen oder zu produzieren. Ein Gedanke, der in der Architekturbranche zunehmend an Relevanz gewinnt und bei WICONA längst keine Theorie mehr ist.

Die Fassade des Standes übersetzte diesen Gedanken in eine präzise visuelle Metapher: Ihre Schredder-Optik zeigte, wie aus alten Fassaden Neues entsteht, wie Transformation aussieht, wenn sie konsequent gedacht wird. Auch hinter der Kulisse wurde Nachhaltigkeit nicht deklariert, sondern praktiziert:

  • Die Fassade aus Trevira CS wird nach der Messe zu neuen Dämmstoffen recycelt.

  • Vorwiegend unbehandeltes Holz ermöglicht eine bessere Wiederverwendbarkeit.

  • Durch den Verzicht auf Teile des Bodenbelags wurden rund 5,2 Tonnen Material eingespart.

  • Foliengrafiken wurden weitgehend durch eine 7 × 4 m große LED-Wand und LED-Stripes ersetzt.

  • Die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen minimierte Transportwege und CO₂-Ausstoß.

  • Die Möbel des Standes lagern im Depot und warten auf ihren nächsten Einsatz.

Nichts ist Abfall! Es kommt darauf an, welche Visionen und Sichtweisen man auf die Dinge hat! Danke für die vielen Gespräche, eure immense Begeisterung und die klasse Umsetzung.

Ralf Seufert – Vice President & GM D/A/CH, CSEE, CZ, SK at Norsk Hydro

 

BAU 2023 – Infinite Aluminium

Unter dem Leitthema „Build Beyond Tomorrow" stellte WICONA auf der BAU 2023 die nachhaltige Aluminiumlegierung „Hydro Circal" in den Mittelpunkt, einen Werkstoff, der zu mindestens 75 % aus Recyclingaluminium besteht. Die konzeptionelle Aufgabe war dabei präziser als sie klingt: Es ging nicht darum, dieses Prinzip zu erklären, sondern es körperlich erfahrbar zu machen.

Hierfür wurde eine bewusst analoge Standarchitektur geschaffen, die auf digitale Zuspielungen verzichtete und stattdessen auf Haptik, Materialität und räumliche Wirkung setzte. Das Herzstück des Auftritts war eine monumentale Möbiusband-Skulptur aus Aluminium-Schrott, 7,5 × 4,0 × 2,6 Meter groß, aus knapp 8.000 einzeln aufgefädelten Aluminiumteilen gefertigt und frei im Raum schwebend. Zwei einander gegenüberstehende Spiegel verlängerten die Skulptur optisch ins Unendliche und machten den Kreislaufgedanken buchstäblich sichtbar, als räumliches Argument, nicht als Infografik.

Die Standarchitektur selbst folgte demselben Prinzip: Die verbauten Aluminiumstützen wurden nach der Messe in WICONAs eigenen Recyclingprozess zurückgeführt, Möbel und Exponate in verschiedenen Showrooms weitergenutzt. Die Möbiusband-Skulptur fand ihren dauerhaften Platz im verglasten Eingangsbereich der WICONA-Zentrale, wo sie seither als beleuchtetes Wahrzeichen empfängt.

BAU 2019 – Upside Downtown

Messebau, der wirklich etwas riskiert, beginnt mit einer Frage, die keine sichere Antwort hat. Auf der BAU 2019 lautete sie: Was passiert, wenn man eine Stadt auf den Kopf stellt? Unter dem Konzepttitel „Upside Downtown" entstand ein Auftritt, der die Perspektive buchstäblich umkehrte. Über dem gesamten Stand schwebte eine dichte, raumgreifende Stadtsilhouette aus leuchtend roten Kuben, massive Volumen und filigrane Rahmen, die gemeinsam eine invertierte Skyline bildeten und die Messehalle in etwas verwandelten, das man so noch nicht gesehen hatte.

Die Aufgabe war klar formuliert: WICONA, Innovationsführer im Bereich Aluminiumfassaden, wollte einen Auftritt, der sich unmissverständlich von seiner Umgebung absetzt. Das Konzept antwortete mit einer Frage, die tiefer reicht: Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen? Städte verändern sich ständig, Gebäude entstehen und verschwinden, Lücken öffnen sich und schließen sich wieder. Niemand weiß, wie urbane Räume in einigen Jahrhunderten aussehen werden. Eines aber ist sicher: Menschen werden ihre Lieblingsplätze behalten, eine Dachterrasse, einen Park, einen Platz.

Genau dieses Bild bildete das Zentrum des 648 m² großen Standes: eine abstrakte Parklandschaft, organisch geformt, umgeben von Produktexponaten und Gesprächszonen. Was den Auftritt über das Visuelle hinaus trug, war ein gezieltes 360°-Sounddesign mit direktionalem Sound. Klangatmosphären, die zwischen Stadtlärm und Parkstille wechselten und die Marke WICONA auf einer sensorischen Ebene erfahrbar machten, die reine Architektur nicht erreicht hätte.

Rückblick auf die BAU 2011 - 2017

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